Auf einem Ski den Hang hinunter (aus Isar-Loisachbote: 04.02.2003)

129 Teilnehmer bei Wolfratshauser Ski-Meisterschaft

 von Heinz Richter

 

Achenkirch/Wolfratshausen – Während der Österreicher Stephan Eberharter am Sonntag nach seinem Super-G-Rennen in St. Moritz sofort wusste, dass er neuer Weltmeister ist, mussten sich die Aktiven bei der Wolfratshauser Stadtmeisterschaft gedulden. Erst bei der abendlichen Siegerehrung erfuhr Julian Chucholowski (WSVI Icking) und Claudia Mannheim (TSV Wolfratshausen) ihre Zeiten und somit, dass sie die neuen Titelträger sind.

Bei den Damen war es wieder einmal das Rennen der Favoritin. Auch Experten hatten der Vorjahressiegerin Stefanie Müller-Schunk nur Außenseiterchancen eingeräumt. Tatsächlich carvte die ehemalige DSV-Läuferin Mannheim in 45,89 Sekunden durch die 27 Tore – eine Zeit, die niemand unterbieten konnte. Bei den Herren war der Ehrgeiz der Wölfe besonders groß. Gleich mehrere Bewerber wollten Vorjahressieger Peter Öttl aus Kochel die Krone entreißen. Jörg Sauter belegte schließlich als bester Wolfratshauser Rang zwei. Wie man’s noch besser macht, zeigte ein Ickinger. Julian Chucholowski vom WSVI demonstrierte, aus welchem Holz Siegläufer geschnitzt sind. Er holzte im ersten Durchgang gleich vier Tore ab, so eng war er an die Stangen gefahren. Das Rennen musste für längere Zeit unterbrochen werden. Ein Funktionär vom SC Achenkirch moserte: „Wenn a jeda so deppert foahrt wie der, dann werma heit nit fertig.“ Dem 20-Jährigen war’s egal: Mit der zweitschnellsten Zeit erreichte er den Endlauf und siegte.

Sicherlich profitierte er auch von der optimalen Piste, die Sepp Thalhammer und Georg Meiller zusammen mit dem Tiroler Skisportverein im Pulverschnee geschaffen hatten. Allerdings fehlte der Sonnenschein. Es schneite ununterbrochen. Meiller freute sich deshalb umso mehr über die große Beteiligung. Unter den 129 Aktiven fand sich alles, „was in Wolfratshausen und Umgebung im Wintersport Rang und Namen hat“. Der Wintersportverein aus Icking schickte gar 30 Läufer in den Stangerlwald. Dafür wurde der Klub mit acht ersten Plätzen in verschiedenen Klassen belohnt. Einen neuen Modus gab es bei der Kür der Stadtmeister: Die zehn besten Damen und Herren aus dem ersten Durchgang ermittelten in einem zweiten Lauf die Champions. „Jetzt zeigt sich, wer der wahre Stadt- und die wahre Stadtmeisterin wird“, so Meiller. Tina Schneider und Verena Hlavacek stürzten. „Im Steilhang habe ich etwas verkanntet. Da hat es mir den Ski weggezogen“, berichtete Schneider. Am Schienbein verletzte sich Verena Hlavacek, die auf nur einem Ski den Hang hinunterglitt. „Ich bin an einem Tor gerutscht, dann voll ins nächste gestürzt, so dass die Stange gebrochen ist.“ Abends im Sportheim im Isar-Loisach-Stadion war auch sie wieder dabei, wo die große Familie der Skifahrer ihre Sieger ehrte.

 

 

 

„Der Lohn für Fleiß und Willen“ (aus Isar-Loisachbote: 04.02.2003)

Julian Chucholowski (20) vom WSVI ist neuer Ski-Stadtmeister

 

Achenkirch/Icking – Groß war der Jubel bei Hans Dondl nach dem Sieg von Julian Chucholowski bei der 2. offenen Wolfratshauser Stadtmeisterschaft in Achenkirch/Christlum. „Er ist für seinen Willen und seinen Fleiß belohnt worden“, freute sich der Vorsitzdende des WSVI Icking über den Erfolg des 20-Jährigen. Im entscheidenden zweiten Lauf ließ Chucholowski den Meister des TSV Wolfratshausen, Jörg Sauter, um 56 Hunderstel hinter sich. Kein Wunder, der 20-jährige, der zurzeit seinen Zivildienst im Pasinger Krankenhaus ableistet, stammt aus einer sehr sportlichen Familie. „Wir treiben viel Freizeitsport, speziell aber Windsurfen und vor allem Skifahren“, berichtet Chucholowski. Früher ist er bei den Wolfratshauser Stadtmeisterschaften immer für den BCF gestartet. Dieses Mal, jetzt sind es offene Meisterschaften, fuhr der Ickinger für seinen Heimatklub.

Mit 1,92 Meter langen Brettern war er an den Start gegangen. Wild entschlossen fuhr die Stangen so eng an, dass gleich vier aus ihrer Verankerung gerissen wurden. Trotzdem reichte es nur zur zweitbessten Zeit. Egal, so der Ickinger, „Hauptsache ich bin im Endlauf“.

Vorher gab es allerdings noch die Ermahnung von Renn-Organisator Georg Meiller, anständig zu fahren und nicht alles umzureißen. „Das hat mich ein bisschen verunsicher“, gab Chucholowski zu. Dann lief alles glatt, der 20-Jährige stürzte sich ins Ziel und warf sich in den tiefen Schnee. „Ich hatte kein gutes Gefühl“, räumte der Skifahrer ein. Das besserte sich auch im Laufe der nächsten Stunden kaum, denn die Ergebnisse wurden erst am Abend bei der Siegerehrung verkündet. Umso überraschter war Chucholowski, als er als neuer Stadtmeister ausgezeichnet wurde. „Ich bin überwältigt“, jubelte der 20-Jährige. Und besonders stolz war darauf, auch noch von der vielfachen Stadtmeisterin Claudia Mannheim ein Lob zu bekommen: „Ich habe nur einen Teil seines Rennes gesehen, aber das war gut.“